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Kapellengespräch

DEZ
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Kapellengespräch


Datum Dienstag, 6. Dezember 2022, 19:00 Uhr
Standort Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Berlin
Kapellengespräch

"Jochen Klepper - Leben und Wirken"

mit Pfarrer Erich Busse

Jochen Klepper wurde 1903 im schlesischen Beuthen (heute Bytom Odrzański) an der Oder geboren. Er war ein großer deutscher Literat. Sein Buch „Der Vater“ über den Vater Friedrich II. den so genannten Soldatenkönig, machte ihn in Deutschland berühmt. Sein literarisches Schaffen betrachtete er als Gebet, als „Stammeln einer Antwort auf den Ruf Gottes“. Von seinen religiösen Gedichten finden wir heute viele als Lied in den evangelischen und katholischen Gesangbüchern wieder. So z. B. eines seiner bekanntesten: Die Nacht ist vorgedrungen, in dem sein starker Glauben, den er sich trotz der dunklen Zeiten der Naziherrschaft bewahrte, zum Ausdruck kommt. 1931 heiratete er eine jüdische Witwe. Dieser und ihrer Tochter stand 1942 die Deportation in ein KZ bevor. Familie Klepper wusste, dass dies den Tod bedeutete. Ihm wurde die Scheidung angeboten, er hätte dann eine grandiose Kariere vor sich, wurde versprochen. Aber ihm war das Versprechen aus der kirchlichen Trauung „bis der Tod euch scheidet“ heilig. Deshalb ging er gemeinsam mit Frau und Tochter in den Tod. Das geschah in einer Zeit, in der die großen Kirchen ihren Herren, ihren Auftrag und ihre Mitglieder, insbesondere die getauten Juden, verraten haben.

Pfarrer Erich Busse hat sich intensiv mit dem Leben und Wirken Jochen Kleppers auseinandergesetzt. V. A. im heutigen Polen wirkt er unermüdlich dafür, dass das Andenken Jochen Kleppers nicht in Vergessenheit gerät.