Rundfunkgottesdienst zum 400. Geburtstag des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm v. Brandenburg

16
FEB

Datum Sonntag, 16. Februar 2020, 10:00 Uhr
Ort
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Breitscheidplatz, 10789 Berlin, Deutschland
Mitwirkende
Pfarrer Martin Germer

„dass wir uns über die Gewissen Unserer Unterthanen keines Imperii anmaßen“

Rundfunkgottesdienst

Pfarrer Martin Germer

Im Deckenmosaik der Gedenkhalle im Alten Turm der Gedächtniskirche führt er die Prozession der älteren Hohenzollern an: Friedrich Wilhelm von Brandenburg, der „Große Kurfürst“. In seiner 48-jährigen Regierungszeit war es ihm nicht nur gelungen, das vom Dreißigjährigen Krieg verwüstete Brandenburg und Preußen wirtschaftlich zu stabilisieren, politisch zu reformieren und militärisch zu sichern, er warb als selbst im Sinne Calvins Reformierter in seinem durch die Tradition Luthers geprägten Land auch für eine Annäherung zwischen den damals tief voneinander getrennten Flügeln der Reformation. Nach dem Scheitern des „Berliner Religionsgesprächs“ erließ er 1664 ein Toleranzedikt: Den lutherischen Geistlichen war fortan bei Strafe der Amtsenthebung jede Polemik gegen die Reformierten untersagt. Der Pfarrer und Liederdichter Paul Gerhardt, der auf lutherischer Seite an den Verhandlungen teilgenommen hatte, verweigerte seine Unterschrift und musste daraufhin St. Nikolai in Berlin verlassen. Dafür konnten dank des vom Großen Kurfürsten erlassenen „Edikts von Potsdam“ im Jahr 1685 15 000 bis 20 000 im Frankreich Ludwigs XIV. verfolgte Hugenotten als reformierte Glaubensflüchtlinge in Berlin und Brandenburg Zuflucht finden – und brachten dem Land großen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. In der Radiokirche soll an diesen frühen Garanten religiöser Toleranz und Gewissensfreiheit erinnert werden – übertragen auf 92,4 MHz.

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