Friedensandacht am 8. Mai 2020 – 75. Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung vom Nationalsozialismus

Veröffentlicht am Mo., 4. Mai. 2020 10:52 Uhr
Kirchengemeinde

Die Ökumenische Friedensandacht am Nagelkreuz in der Turmruine vom 8.Mai kann auch weiterhin auf dem Kanal der EKBO angesehen werden unter https://www.youtube.com/watch?v=6o_3Sm8_yPg


Bischof Dr. Christian Stäblein,
Bernd Streich, Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken,
Pfarrer Martin Germer,
Pfarrerin Kathrin Oxen,
Mitwirkende aus verschiedenen Ländern

Streichquartett: Prof. Nora Chastain (USA), Prof. Mark Gothoni (Finnland), Prof. Hartmut Rohde (D),  Prof. Jens-Peter Maintz (D)

17.50 Uhr: Gedenk- und Friedensläuten der großen Glocke der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

Glockeninschrift: „Eure Städte sind mit Feuer verbrannt“ - „Aber mein Heil bleibt ewiglich, und meine Gerechtigkeit wird kein Ende haben.“ (Jesaja 1,7 und 51,6)


Vor 75 Jahren am 8. Mai war in Europa endlich der Zweite Weltkrieg vorbei – während er in Asien und im Pazifikraum noch andauerte. Der Sieg der Alliierten über das Deutschland der nationalsozialistischen Diktatur befreite die zuvor von Deutschland besetzten und angegriffenen Länder, und er befreite die Menschen in Deutschland, insbesondere die überlebenden Opfer in den Gefängnissen und in den Konzentrations- und Vernichtungslagern. Doch Krieg, Rassismus und Völkermord hatten über 50 Millionen Menschenleben gefordert. Nicht allein Deutschland, sondern weite Teile Europas lagen in Trümmern. Unzählige Menschen aus verschiedenen Nationen waren auf der Flucht, wurden vertrieben oder zwangsumgesiedelt, hatten lange Wege vor sich, um neue Bleibe und irgendwann auch neue Heimat zu finden.

Der Ruinenturm der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche im Herzen Berlins erinnert an all dieses. Und er erinnert zugleich, zusammen mit der neuen Kirche, an den vielfältigen Neubeginn, der seit 1945 möglich und der auch den Menschen in Deutschland geschenkt wurde. Er erinnert an den Frieden, in dem wir in diesem Teil der Welt nun schon seit einem Dreivierteljahrhundert leben dürfen, und mahnt die Nachgeborenen, nicht nachzulassen im Bemühen um Frieden und um Versöhnung in der eigenen Gegenwart.

Foto: C. Hatebur, Berlin

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